Adoptieren statt Produzieren

Während der Coronapandemie sind viele Menschen auf die Idee gekommen, sich oder ihrem Kind den Traum eines Haustieres zu erfüllen. Doch was vermutlich viele unterschätzt haben sind die Kosten, die eine Katze oder ein Hund verursachen. Angefangen vom Kaufpreis zu den Tierarztkosten bis hin zum Futter und Zubehör. Die Preise bei den Züchtern stiegen enorm, aufgrund der hohen Nachfrage auf mehr als das Doppelte. Da jedoch viele Menschen nicht hunderte Euros für einen Welpen ausgeben wollten, wurde nach einer Alternative gesucht.

Manche Menschen kamen auf die gute Idee im städtischen Tierheim nach einer passenden Gefährtin oder einem Gefährten zu suchen. Doch diejenigen, die unbedingt einen Welpen haben wollten, und keinen erwachsenen Hund oder eine adulte Katze, die vielleicht das ein oder andere Problem mitbringen könnten, schauten sich weiter um. Sie wurden auf einer großen bekannten Internetplattform fündig, auf der man scheinbar gesunde Rassehunde oder -katzen für einen Bruchteil von dem Preis, den man beim Züchter hätte bezahlen müssen, erwerben kann. Diese Angebote werden jedoch von Menschen aus meist osteuropäischen Ländern eingestellt. Die Zuchttiere werden dort leider häufig unter absolut unwürdigen Bedingungen gehalten und die Welpen werden viel zu früh von ihrer Mutter und den Geschwistern getrennt, bevor sie wichtige soziale Grundregeln gelernt haben. Dazu kommt, dass diese Welpen meist noch keinerlei essentielle Impfungen erhalten haben und die Einreise nach Deutschland eigentlich gar nicht erlaubt gewesen wäre.

Die Menschen, die sich für einen Welpen aus so einer Massenproduktion entscheiden, haben sich meist keine Gedanken darüber gemacht, was für enorme Kosten diese Entscheidung nach sich ziehen kann. Diese Welpen müssen zuerst einmal vollständig mit den essentiellen Impfungen grundimmunisiert werden und benötigen eine mehrmalige Entwurmung. Sie haben sich in der unhygienischen Haltungsumgebung ihrer Mutter meist mit Wurmeiern infiziert. Ein weiteres Problem, das diese Welpen häufig mitbringen, sind Verhaltensstörungen, die daraus resultieren, dass sie vor der 12. Lebenswoche von den Eltern und Geschwistern getrennt worden sind. In diesen ersten 12 Wochen hätten sie von ihrer Mutter und den anderen Geschwistern die Grundregeln sozialen Umgangs mit ihren Artgenossen gelernt.

Was manche Menschen bei der Idee sich einen Hund oder eine Katze zu kaufen unterschätzen, ist der Zeitaufwand der konsequenten Erziehung. Neben den normalen Grundkommandos muss die Besitzerin und der Besitzer, welche/r sich für einen zu jungen Welpen aus osteuropäischer Massenproduktion entschieden hat, dem Welpen auch den sozialen Umgang mit anderen Artgenossen beibringen. Diese Verhaltensstörungen und der enorme Rattenschwanz an Kosten veranlassen viele Besitzerinnen und Besitzer ihre billig gekauften Tiere schließlich ins Tierheim abzugeben. So füllen sich die Tierheime wieder, nachdem sie sich erst zu Beginn der Pandemie geleert hatten.

Der illegale Welpenhandel zieht neben dem enormen Leid der Tiere eine Flut an Problemen hinter sich her.  Dies hat sich leider seit Ende der Pandemie nicht geändert. Der Preis bei einem professionellen Züchter resultiert aus einer adäquaten Haltung der Elterntiere und der geborenen Welpen. Es wird auf gutes Futter geachtet, das nach der Entwöhnung von der Muttermilch bis zur Abgabe der Welpen an die neuen Besitzerinnen und Besitzer gefüttert wird. Die Tierarztbesuche für die ersten Impfungen und das mehrmalige Entwurmen werden eingehalten und entsprechende Kosten getragen. Aus diesem Grund lohnt es sich, wenn es unbedingt ein Welpe sein muss, den höheren Kaufpreis an die Züchter zu bezahlen.

Die beste Wahl jedoch ist es, wenn man sich den Traum von einem Hund oder einer Katze erfüllen will, in den Tierheimen in der Umgebung danach zu suchen und sich dafür auch die Zeit zu nehmen. Schließlich kauft man sich kein Möbelstück, sondern eine Gefährtin oder einen Gefährten, welche/r hoffentlich viele Jahre eine Wegbegleitung bleibt, mit der man zahlreiche schöne Erlebnisse teilen darf.

Labrador mit Welpen

Schreiben Sie einen Kommentar