Schon vor der Coronapandemie begann in der Allgemeinmedizin das Projekt der Telemedizin. Die Telemedizin wurde zuerst sehr skeptisch betrachtet, sowohl von der Ärzte- als auch der Patientenseite. Durch Corona jedoch bekam sie einen ganz neuen und unerwarteten Schub. Mit Hilfe der Telemedizin konnten die Krankenfälle vorsortiert werden, so dass in den Hausarztpraxen nur die wirklich wichtigen Patientinnen und Patienten vorstellig wurden, nämlich diejenigen, welche eine manuelle Untersuchung oder eine wichtige Spritze bzw. Infusion benötigten. Mit der Telemedizin können auch sehr gut Folgeuntersuchen vorgenommen werden, wie den Fortschritt der Heilung einer Wunde zu bewerten, die dann von der Patientin oder dem Patienten selber unter Anleitung wieder verbunden werden kann.

Nach den Hausärzten haben immer mehr Fachrichtungen, wie zum Beispiel die HNO-Medizin, das Medium der Telemedizin in ihre Praxen mit aufgenommen und sogar reine Telemedizinsprechzeiten eingerichtet. Nach den Humanarztpraxen breitete sich das Medium der Telemedizin auch in die Veterinärmedizin aus. Der momentane Status der Telemedizin in der Veterinärmedizin ist jedoch mit demjenigen in der Humanmedizin vor Corona zu vergleichen.

Der Nachteil der Telemedizin ist die Abhängigkeit von der Qualität der Internetverbindung, die auf dem Land oft schlechter ist als in der Stadt. Dazu kam früher, dass nicht jeder eine gute Webcam bzw. ein Mikrofon besaß, was einen Termin in der Telemedizin natürlich qualitativ beeinflusst. Aber auch dieser Aspekt hat sich während der Pandemie geändert. Viele Menschen arbeiten seither im Homeoffice und Konferenzen und Meetings fanden und finden auch heute noch online statt.

Im Allgemeinen ist das Medium der Telemedizin eine positive Ergänzung zur Live-Praxis. Es erspart Patientinnen und Patienten eine lange Wartezeit in einer Arztpraxis, die eigentlich nur ein Folgerezept benötigen, eine Wundkontrolle oder nur eine Frage bzw. Sorge mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen wollen. Seit Anfang 2024 kam nun das E-Rezept hinzu, was ein weiterer Pluspunkt für die Telemedizin ist. Nun müssen die Patienten dafür nicht mehr in die Praxis kommen, wenn sie zuvor in der Telemedizinsprechstunde waren. Es wird vermutlich irgendwann auch Arztpraxen geben, die nur noch Telemedizin machen. Die Patientinnen und Patienten, die dann eine manuelle Untersuchung brauchen, können an eine Kollegin oder einen Kollegen überwiesen werden. Man darf gespannt sein, wie sich das Medium der Telemedizin in der Medizin weiter entwickeln wird.

Im Hause gab es schon vor der Coronapandemie die konsiliarische Telemedizin, meist um eine zweite Meinung zu einem ärztlichen oder tierärztlichen Befund zu erhalten oder nach einem fachlich kompetenten Rat zu fragen, wie man einen Befund alternativ-medizinisch behandeln bzw. unterstützen könnte.

Konzept der Telemedizin. Arzt der ein Stethoskop auf den Laptop-Bilischrim hält

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