Hundekot-Datenbank: Datenschützer sehen Probleme

Für viele Menschen ist der Haufen eines Hundes ein Ärgernis, vor allem dann, wenn man hineingetreten ist. Das geht nicht nur HundebesitzerInnen so, sondern vor allem Menschen, die keinen eigenen Hund haben. Gerade diesen Menschen ist ein nicht eingesammelter Hundehaufen ein Dorn im Auge und manche ärgert es so sehr, dass sie Köder auslegen, die Rasierklingen oder Gift enthalten. Bei manchen HundehalterInnnen hält sich immer noch hartnäckig der Glaube, dass die Hundesteuer dafür verwandt werden würde, dass der Kot ihres Hundes entfernt wird. Das ist allerdings ein Irrtum, denn liest man sich das Anschreiben der Stadtkämmerei beim Anmelden durch, steht dort klar und deutlich, dass die Hundesteuer nicht für das Entfernen des Hundekots im öffentlichen Raum verwendet wird. Was vermutlich vielen HundebesitzerInnen ungerecht vorkommt ist, dass KatzenbesitzerInnen für ihre Samtpfoten keine extra Steuer bezahlen müssen.

In Tirol wurde im Januar 2024 beschlossen, Hundehaufen mit Hilfe der modernen Technik zu bekämpfen. Die Rede ist von einer DNA-Datenbank für Hunde.

Auf diese Art und Weise sollen nun Herrchen und Frauchen ordentlich zur Kasse gebeten werden. Ähnliche Vorstöße gab es bereits letzten Sommer in NRW und Rheinland-Pfalz, die jedoch scheiterten. Der Grund für das Scheitern beim Einrichten einer solchen Datenbank war und ist der Datenschutz. Es dürfen nicht einfach Daten der Hundehalterinnen und -halter verdachtsunabhängig gespeichert werden. Das sei, wenn es um Hundekot geht, unverhältnismäßig, so ein Sprecher des Innenministeriums der Länder. Das heißt, es darf keinen Generalverdacht gegen jeden Hundehalter geben und damit auch keine Speicherung seiner Daten. Die Hunde-DNA müsste schließlich einer bestimmten Person zugeordnet werden. Zusätzlich sieht das Innenministerium keinen finanziellen Vorteil von so einer Datenbank. Das Ministerium spricht im Zusammenhang der Analyse jedes einzelnen Hundekots von unverhältnismäßig hohen Kosten, welche wohl kaum durch die Bußgelder wieder reinkämen.

Die DNA des Hundes müsste erst einmal aus dem Kot isoliert und sequenziert werden. Dafür müssten überhaupt Zellen gefunden werden, die vom Hund stammen und nicht von den tierischen Bestandteilen des Hundefutters. Außerdem müsste die DNA ausreichend und unbeschädigt sein, um sie stichhaltig zu analysieren und zuzuordnen. Darüber hinaus müsste jedes Frauchen und jedes Herrchen einverstanden sein, eine Speichelprobe ihres Hundes abzugeben. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu ist aus Datenschutz-Gründen nicht möglich.  Es wird wohl weiterhin ein Wunsch einiger Politikerinnen und Politiker und mancher Menschen bleiben, der nicht realisiert wird. Was nicht bedeutet, dass Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer den Kot ihres geliebten Hundes einfach liegen lassen dürfen.  Erfreulicherweise sammeln die meisten BesitzerInnen den Kot ihres Schatzes verantwortungsvoll ein und entsorgen diesen fachgerecht.

Hundekot wird mit einem Kotbeutel von der Hundebesitzerin entfernt

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