Mit der Muttersprache ist im Allgemeinem die Sprache gemeint, mit welcher man aufgewachsen ist. Jene Sprache also, die man, der Definition nach, von seiner Mutter ohne formalen Unterricht gelernt hat. Doch diese Definition ist mittlerweile absolut veraltet, da seit fast 40 Jahren die Väter in der Erziehung beim Aufwachsen des Kindes eine gleichgestellte Rolle einnehmen. Daher ist es heutzutage ein absolut berechtigtes Ansinnen, eine an die Zeiten angepasste Bezeichnung für die ´Muttersprache` zu entwickeln. Bisher wurde jedoch keine neue Begrifflichkeit gefunden, mit der die meisten einverstanden wären.

Einige Menschen setzen die Muttersprache mit der Landessprache des Landes gleich, in dem sie geboren worden sind. Heutzutage ist die Muttersprache jedoch nicht unbedingt die Sprache des Landes in dem man geboren und / oder aufgewachsen ist! Vor mehr als 60 Jahren haben vermutlich beide Definitionen übereingestimmt. Mit der Öffnung der Grenzen und dem freien und unkomplizierten Reisen, haben einige Menschen nunmehr aber zwei Muttersprachen bzw. sogar drei.

Als Kind lernt man Sprachen am aller einfachsten und am schnellsten. Es macht für Eltern verschiedener Nationalitäten also durchaus Sinn, dass jeder Elternteil in seiner jeweiligen Muttersprache mit dem Kind spricht. Auch wenn dies anfangs manchmal dazu führt, dass das Kind einen Mix aus beiden Sprachen spricht, behebt sich dieses Phänomen in der Regel nach einer Weile wieder. Im Erwachsenenalter hat die Mehrsprachigkeit viele Vorteile. Aus diesem Grund gibt es seit ein paar Jahren bereits in der Grundschule Englischunterricht, um es Kindern so leicht wie möglich zu machen. Verbreitet gibt es mittlerweile auch fremdsprachige bzw. mehrsprachige Kindergärten.

Die Muttersprache dient nicht nur, wie jede Sprache, der Kommunikation, sondern hat auch emotionalen Wert für die meisten Menschen. Insbesondere wenn Menschen in ein anderes Land ausgewandert sind und im Alltag eine Sprache sprechen, die nicht die eigene Muttersprache ist. In diesem Fall weckt das Hören oder sogar Sprechen der Muttersprache ein Gefühl der Geborgenheit und die Erinnerungen an die Kindheit und Eltern. Mit der Muttersprache ist ein jeder tief verwachsen und sie wird meist auch nie wirklich verlernt. Zum anderen gehört sie für viele zum Nationalbewusstsein und ist auch ein Zugehörigkeitsmerkmal zu einer bestimmten Gruppe oder einer Region. So kann ein bestimmter Dialekt einer Sprache ebenfalls als Muttersprache angesehen werden. In Deutschland würden vermutlich viele ihren bayrischen, hessischen oder badischen Dialekt neben der grundsätzlichen deutschen Sprache als ihre Muttersprache bezeichnen. Das Thema Muttersprache ist also sehr komplex und mehrschichtig.

Nicht zuletzt der Deutschunterricht unserer chm-Projekte aber auch die Auseinandersetzung mit einzelnen Wörtern in unserer chW Etymologie untermauern, wie tiefgründig und wertvoll die Sprache als Verbindungsbrücke zwischen uns Menschen ist.

Familie mit Kind liegt zusammen auf dem Teppich vor der Couch
Tafel auf der steht: sprechen sie Deutsch ?
Junge mit Sprechblase mit Buchstaben des Alphabets

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